Concordia Vollversicherung: das einheitliche Tarifwerk AV, SV, ZV

Anders als die meisten Wettbewerber, die dutzende unterschiedliche Tarife in verschiedenen Leistungsklassen anbieten, verfolgt die Concordia bei der Vollversicherung ein bewusst schlankeres Konzept: ein einziges, modular aufgebautes Tarifwerk aus vier Bausteinen. Der Ambulanztarif AV regelt die Versorgung beim Arzt, der Stationärtarif SV die Behandlung im Krankenhaus, der Zahntarif ZV die zahnärztliche Versorgung, und die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung PVN rundet den Schutz ab.

BausteinVariantenKernmerkmal
AV (ambulant)AV1 bis AV4Vier Selbstbehaltstufen, AV1 ohne Selbstbehalt
SV (stationär)SV1 bis SV3SV1/SV2 mit Ein-/Zweibettzimmer, SV3 auf GKV-Niveau
ZV (zahn)ZV1 und ZV2ZV1 mit höherer Erstattung als ZV2
VV PlusErgänzungstarifErstattung über die GOÄ-Höchstsätze hinaus, Kurtagegeld
HausarztprinzipNicht vorhandenFreie Arztwahl in allen AV-Stufen
Empfohlene Kombination AngestellteAV1 + SV1 + ZV1 + VV PlusVolles Privatpatienten-Paket, Einbettzimmer, Chefarzt
Empfohlene Kombination SelbstständigeAV2 bis AV4Höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag spürbar
Stiftung Warentest AngestellteAV2+SV2+ZV1+KT43Note 2,2 „gut" (11/2019)
Stiftung Warentest SelbstständigeAV2+SV2+ZV1+KT29Note 2,2 „gut"
MusterbeitragAV1+VV Plus+ZV2+SV3548,13 €/Monat
KrankentagegeldSeparater Baustein KTFür Angestellte und Selbstständige empfohlen

Diese Konzentration auf ein einziges Tarifwerk erleichtert die Tarifwahl erheblich: Statt sich zwischen zahlreichen, teils schwer vergleichbaren Produktlinien entscheiden zu müssen, wählen Versicherte lediglich die passende Selbstbehalt- und Komfortstufe innerhalb der vier Bausteine. Der Zugang zur privaten Krankenversicherung richtet sich dabei nach den üblichen gesetzlichen Regeln: Angestellte benötigen ein Bruttojahresgehalt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, die 2026 bei 77.400 Euro liegt, während Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten unabhängig von ihrem Einkommen wechseln dürfen. Details zu den genauen Wechselvoraussetzungen für Angestellte, Selbstständige, Beamte und Studenten liefert der Ratgeber zum PKV-Wechsel. Wie sich Testurteile verschiedener Institute wie Stiftung Warentest und Franke und Bornberg richtig einordnen lassen, erklärt der Ratgeber zur PKV im Test.

Für alle angestellten Neuversicherten lohnt sich darüber hinaus ein genauerer Blick auf den Arbeitgeberzuschuss: Dieser übernimmt die Hälfte des Beitrags, maximal jedoch den halben Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung, und wird unabhängig von der gewählten Selbstbehaltstufe im Tarif AV in gleicher Höhe gezahlt. Diese Unabhängigkeit vom gewählten Selbstbehalt bedeutet, dass sich eine höhere Eigenbeteiligung finanziell besonders lohnen kann, ohne dass dabei ein Teil des Arbeitgeberzuschusses verloren ginge.

Concordia Ambulanztarif AV: die vier Selbstbehaltstufen

Der Ambulanztarif AV bildet das Herzstück der Concordia-Vollversicherung und deckt die Behandlung beim niedergelassenen Arzt sowie beim Heilpraktiker ab. Die vier Varianten unterscheiden sich ausschließlich in der Höhe des vereinbarten Selbstbehalts.

Ohne Selbstbehalt

Concordia AV1

  • Kein Selbstbehalt, dafür höherer laufender Beitrag
  • Volle Nutzung der Beitragsrückerstattung möglich
  • Empfohlen für Angestellte mit Arbeitgeberzuschuss und Komfortanspruch
Gestaffelt

Concordia AV2 bis AV4

  • AV2: 600 € Selbstbehalt (300 € für Kinder/Jugendliche)
  • AV3: 1.080 € Selbstbehalt (540 € für Kinder/Jugendliche)
  • AV4: 2.040 € Selbstbehalt (Kinder/Jugendliche entsprechend hälftig)
  • Besonders für Selbstständige ohne Arbeitgeberzuschuss geeignet

Empfehlung je nach Beschäftigungsstatus

Für Arbeitnehmer oberhalb der Versicherungspflichtgrenze empfiehlt sich häufig die Kombination AV1 mit SV1, ZV1 und VV Plus: ein vollständiges Privatpatienten-Paket ohne Hausarztprinzip, mit freier Arztwahl, Einbettzimmer, Chefarztbehandlung und umfassendem Zahnschutz. Der Arbeitgeberzuschuss macht diese Kombination wirtschaftlich attraktiv, da er unabhängig von der gewählten Selbstbehaltstufe in gleicher Höhe gezahlt wird. Selbstständige ohne diesen Zuschuss profitieren dagegen häufig stärker von den höheren Selbstbehaltstufen AV2 bis AV4, die den laufenden Beitrag spürbar senken.

Concordia Stationärtarif SV und Zahntarif ZV

Als Ergänzung zum Ambulanztarif deckt der Baustein SV die stationäre Versorgung im Krankenhaus ab. Bei den Varianten SV1 und SV2 sind die Kosten für ein Ein- oder Zweibettzimmer sowie eine privatärztliche Behandlung durch den Chefarzt eingeschlossen; die kostengünstigere Variante SV3 orientiert sich dagegen am Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung.

Basisschutz

Concordia ZV2

  • 80 % Erstattung für Zahnbehandlung und Prophylaxe
  • 60 % Erstattung für Zahnersatz und Kieferorthopädie
Erweitert

Concordia ZV1

  • 100 % Erstattung für Zahnbehandlung inklusive Inlays
  • 80 % Erstattung für Zahnersatz und Kieferorthopädie

Bei ärztlich verordneten Kuren zahlt der Ergänzungstarif VV Plus ein Kurtagegeld, und in den Tarifen SV1 und SV2 lassen sich sogar höhere Sätze als die reinen Höchstsätze der Gebührenordnung übernehmen. Diese Kombination aus stationärem Komfort und erweiterter Kostenübernahme richtet sich besonders an Versicherte, die im Klinikfall keine finanziellen Kompromisse eingehen möchten.

Bei der Wahl zwischen den drei Stationärvarianten empfiehlt sich ein Blick auf die eigene Präferenz bei Zimmerkomfort und Beitragshöhe: Wer grundsätzlich maximalen Komfort mit Chefarztbehandlung wünscht, wählt SV1 oder SV2, während SV3 für alle infrage kommt, die im Krankenhausfall in erster Linie eine solide medizinische Grundversorgung ohne zusätzliche Komfortleistungen suchen und dafür einen spürbar günstigeren Beitrag bevorzugen.

Rechenbeispiel: So wirkt sich ZV1 bei einer Zahnkrone aus

Kostet eine Zahnkrone beispielsweise 800 Euro und übernimmt die gesetzliche Krankenkasse davon im Rahmen der Regelversorgung rund 250 Euro, verbleibt ohne Zusatzschutz ein Eigenanteil von 550 Euro. Mit dem Zahnbaustein ZV1 erstattet die Concordia zusätzlich 80 Prozent der nach GKV-Anteil verbleibenden Kosten, sodass der verbleibende Eigenanteil auf rund 110 Euro sinkt. Bei reinen Zahnbehandlungen und Inlays übernimmt ZV1 dagegen die vollen 100 Prozent der nach GKV-Erstattung verbleibenden Kosten.

Concordia private Krankenversicherung für Beamte: BV, BV Plus, BVE

Für Beihilfeberechtigte bietet die Concordia mit dem Grundtarif BV eine eigene Restkostenversicherung an, die die von der Beihilfe nicht gedeckten Kosten im ambulanten Bereich übernimmt. Ergänzend stehen die Zusatztarife BV Plus und BVE zur Verfügung, die den Schutz um Kuren, Zahntechnikergebühren sowie die Behandlung durch Spezialisten im Krankenhaus erweitern. Einen bundesländerübergreifenden Überblick zu den Beihilfesätzen liefert der eigene Beihilfe-Ratgeber.

Bestbewertet

Concordia BV20 / BV30

  • Restkostenversicherung passgenau zum individuellen Beihilfesatz
  • Von Finanztest 2014 als Testsieger unter den Beamtentarifen mit der Note „sehr gut" (0,5) ausgezeichnet
Erweiterung

Concordia BV Plus und BVE

  • Ergänzung um Kuren, Zahntechnikergebühren und Spezialistenbehandlung im Krankenhaus
  • Zusätzliche Bausteine für Heilpraktikerleistungen, Seh- und Hörhilfen sowie Präventionsmaßnahmen

Diese modulare, flexible Ausgestaltung der Beihilfeversicherung erlaubt es, den eigenen Versicherungsschutz sehr genau und passgenau auf die individuellen persönlichen Bedürfnisse zuzuschneiden: Wer beispielsweise regelmäßig Heilpraktikerleistungen in Anspruch nimmt oder eine Sehhilfe benötigt, kann gezielt den passenden Baustein hinzubuchen, ohne für Leistungsbereiche mitzahlen zu müssen, die für die eigene Lebenssituation nicht relevant sind. Für Beamte im Krankenhaus, die auf privatärztliche Behandlung oder das Zweibettzimmer verzichten möchten, sieht die Concordia zudem ein alternatives Tagegeld als Ausgleich vor.

Auch Beamtenanwärter und Referendare können bei der Concordia ihren Versicherungsschutz im Baukastenprinzip zusammenstellen und profitieren dabei von vergünstigten Einstiegskonditionen während der Ausbildungszeit. Bei der Wahl der passenden Beihilfeergänzung kommt es entscheidend auf den individuellen Beihilfesatz an, der zwischen Bund und den einzelnen Bundesländern variiert – der gewählte Erstattungsprozentsatz sollte gemeinsam mit dem persönlichen Beihilfebemessungssatz möglichst genau 100 Prozent ergeben.

Rechenbeispiel: So passt der Erstattungssatz zur Beihilfe

Erhält ein Beamter von seinem Dienstherrn eine Beihilfe von 70 Prozent, sollte der bei der Concordia gewählte Restkosten-Erstattungssatz ebenfalls bei 30 Prozent liegen, damit sich beide Anteile exakt zu 100 Prozent ergänzen. Wählt derselbe Beamte versehentlich eine zu niedrige Restkostenerstattung, verbleibt eine Deckungslücke, die im Ernstfall selbst getragen werden muss – wählt er dagegen eine zu hohe Erstattung, zahlt er unnötig für eine Doppelabsicherung, die faktisch nie in voller Höhe zur Auszahlung kommen kann.

Ein besonderer Vorteil für Beihilfeberechtigte bei der Concordia: In der Vergangenheit hat der Versicherer Beitragsgarantien für seine Beihilfetarife ausgesprochen, die über mehrere Jahre hinweg stabile Beiträge zusichern – lediglich Zusatzbausteine wie ein Krankenhaustagegeld, das ergänzend zu den eigentlichen Beihilfetarifen abgeschlossen wird, können davon ausgenommen sein und geringfügig angepasst werden. Solche Garantien bieten Beamten zusätzliche Planungssicherheit für die eigene Haushaltsführung über den garantierten Zeitraum hinweg.

Diese Kombination aus wirtschaftlicher Stabilität und einem durchgängig hohen Leistungsniveau erklärt anschaulich, warum die Concordia gerade im Beamtensegment ganz regelmäßig Bestnoten unabhängiger Ratingagenturen erhält: Ein Anbieter, der explizit stabile Beiträge zusichert und gleichzeitig ein hohes Leistungsniveau bietet, erfüllt genau die Kriterien, die bei Beamten mit ihrer besonders langfristigen Vertragsbindung eine zentrale Rolle spielen.

Studieren und privat versichert: Concordia-Tarife für Studenten

Einen separat gebrandeten Studententarif mit eigenem Namen führt die Concordia nicht. Studenten greifen stattdessen auf dasselbe einheitliche Tarifwerk aus AV, SV und ZV zurück wie andere Versicherte und wählen die für die eigene Ausbildungsphase passende Kombination aus Selbstbehalt- und Komfortstufe.

Gleicher Versicherungsschutz, individuelle Tarifwahl

Der Vorteil dieses Systems liegt in der Konsistenz: Studenten erhalten exakt denselben Versicherungsschutz wie Angestellte oder Selbstständige im gleichen Tarif, ohne Abstriche bei der Leistungsqualität. Wer während des Studiums mit einem überschaubaren Budget kalkuliert, kann bewusst eine höhere Selbstbehaltstufe im Tarif AV wählen und diese nach dem Berufseinstieg über einen internen Tarifwechsel nach § 204 VVG ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen.

Studenten können sich innerhalb von drei Monaten nach ihrer Immatrikulation von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung wechseln. Diese Wahl bindet allerdings für die komplette Studienzeit – ein Zurückwechseln in die gesetzliche Krankenkasse ist während des laufenden Studiums nicht mehr vorgesehen. Endet mit dem 30. Geburtstag die reguläre studentische Versicherungspflicht in der GKV, betrifft das bereits privat Versicherte gar nicht erst, da sie ohnehin außerhalb dieses gesetzlichen Systems abgesichert sind.

Da das gesamte Tarifwerk der Concordia unabhängig von Alter und persönlichem Berufsstatus durchgängig einheitlich aufgebaut ist, profitieren Studenten von genau derselben Transparenz wie alle anderen Versicherten auch: Es gibt keine separaten, schwer vergleichbaren Studententarife mit eigenen Bedingungen, sondern lediglich eine Wahl innerhalb der bekannten Selbstbehaltstufen des Tarifs AV. Nach dem Studienabschluss lässt sich der Vertrag unverändert fortführen; wer möchte, kann über einen internen Tarifwechsel nach § 204 VVG die gewählte Selbstbehaltstufe an das gestiegene Einkommen als Berufseinsteiger anpassen.

Concordia private Krankenversicherung für Ärzte und Selbstständige

Die Concordia unterhält keinen gesondert benannten Ärztetarif mit eigenem Namen. Human- und Zahnmediziner greifen stattdessen auf dasselbe einheitliche Tarifwerk zurück wie andere Selbstständige: Der Ambulanztarif AV wird mit dem passenden Stationär- und Zahnbaustein sowie bei Bedarf mit dem Ergänzungstarif VV Plus kombiniert, der eine Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus ermöglicht.

Als Selbstständige steht niedergelassenen Ärzten mit eigener Praxis der Weg in die private Krankenversicherung unabhängig vom erzielten Einkommen jederzeit offen. Angestellte Klinikärzte und Assistenzärzte müssen dagegen erst die reguläre Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro Bruttojahresgehalt (Stand 2026) überschreiten, bevor ein Wechsel infrage kommt. Da Ärzte und Zahnärzte die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) beziehungsweise für Zahnärzte (GOZ) aus dem eigenen Berufsalltag genau kennen, können sie besonders gut einschätzen, ob sich die zusätzliche Investition in VV Plus für die eigene erwartete Kostenstruktur lohnt.

Gerade für Ärzte, die in der eigenen Praxis selbst häufig Leistungen oberhalb der üblichen Regelhöchstsätze abrechnen, kann sich der Ergänzungstarif VV Plus besonders auszahlen: Ohne diese zusätzliche Ergänzung bleibt die Erstattung im eigenen Behandlungsfall strikt auf die üblichen GOÄ-Höchstsätze begrenzt, was bei besonders aufwendigen oder hochspezialisierten Behandlungen schnell zu spürbaren, selbst zu tragenden Eigenanteilen führen kann.

Für niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis zählt das separate Krankentagegeld KT zu den wichtigsten Ergänzungen der Gesamtabsicherung: Da bei einer krankheitsbedingten Praxisschließung neben dem persönlichen Einkommen häufig auch laufende Praxiskosten wie Miete und Personal unabhängig von der eigenen Arbeitsfähigkeit weiterlaufen, sollte der vereinbarte Tagessatz entsprechend großzügig kalkuliert werden.

Für Medizinstudenten, die bereits während des Studiums bei der Concordia versichert waren, gestaltet sich der Übergang in die reguläre Vollversicherung nach dem Berufseinstieg als approbierter Arzt unkompliziert: Da innerhalb des einheitlichen Tarifwerks lediglich die Selbstbehaltstufe angepasst werden muss, entfällt die sonst bei einem Anbieterwechsel übliche erneute Gesundheitsprüfung, und der zu diesem Zeitpunkt bestehende Gesundheitszustand spielt für den weiteren Vertragsverlauf keine Rolle mehr.

Concordia private Krankenversicherung für Familien und Neugeborene

Bei der Concordia lässt sich ein Neugeborenes über die sogenannte Kindernachversicherung unkompliziert in den bestehenden Vertrag der Eltern aufnehmen. Innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt kann das Kind rückwirkend zum Ersten des Geburtsmonats angemeldet werden – eine kurze schriftliche Mitteilung an die Concordia genügt dafür bereits.

Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Die Kindernachversicherung erfolgt ohne erneute Gesundheitsprüfung, sofern der Versicherungsschutz des Kindes nicht höher oder umfassender ausfällt als der bereits bestehende Schutz eines Elternteils. Diese Regelung erleichtert frischgebackenen Eltern die Organisation in einer ohnehin arbeitsreichen Lebensphase erheblich, da für die Anmeldung des Kindes keine gesonderten Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen.

Wichtig zu wissen: Die Geburt selbst wird zunächst über den Versicherungsschutz der Mutter abgerechnet, unabhängig davon, bei welchem Versicherer das Kind später tatsächlich versichert werden soll. Für das Neugeborene stellt das Krankenhaus dabei eine eigene, separate Rechnung aus. Kosten während der Schwangerschaft selbst werden aus dem ambulanten Tarif der Mutter erstattet; wer während dieser Zeit ambulante Leistungen einreicht, sollte allerdings bedenken, dass dadurch der Anspruch auf die Beitragsrückerstattung für das betreffende Jahr entfällt.

Für die Einreichung der Geburtsunterlagen sowie weiterer Leistungsnachweise steht die Concordia-Gesundheits-App als schnellster Weg zur Verfügung; alternativ lässt sich auch ein Leistungsformular postalisch einreichen. Werdende und junge Eltern erhalten bei Fragen zur Absicherung des eigenen Kindes zudem eine persönliche Beratung durch die zuständige Leistungsabteilung der Concordia in Hannover.

Auch nach der ersten erfolgreichen Kindernachversicherung bleibt der Versicherungsschutz des Kindes keineswegs starr und unveränderlich: Ändern sich die Bedürfnisse im Laufe der Kindheit, etwa durch eine anstehende Zahnspange oder eine Sehschwäche, lässt sich der eigene Vertrag über einen internen Tarifwechsel innerhalb des einheitlichen Concordia-Tarifwerks anpassen. Eltern sollten dabei beachten, dass eine Erweiterung des Leistungsumfangs in der Regel eine erneute Gesundheitsprüfung für die zusätzlich gewünschte Mehrleistung erfordert, während eine reine Anpassung des Selbstbehalts meist unkompliziert möglich ist.

Concordia Leistungsgarantie: keine tariflichen Kürzungen

Ein zentrales Verkaufsargument der Concordia ist die vertraglich verankerte Leistungsgarantie: Spätere tarifliche Leistungskürzungen sind für die Vollversicherung ausdrücklich ausgeschlossen. Diese Garantie unterscheidet die private von der gesetzlichen Krankenversicherung, in der Beiträge und Leistungsumfang von der Haushaltslage und der politischen Situation abhängen und sich entsprechend ändern können.

Für Versicherte bedeutet diese Zusicherung Planungssicherheit über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg: Der einmal vereinbarte Leistungsumfang bleibt bestehen, unabhängig davon, wie sich die Kostenstruktur im Gesundheitswesen insgesamt entwickelt. Diese Garantie bezieht sich allerdings auf den Leistungsumfang selbst und schließt reguläre Beitragsanpassungen aufgrund gestiegener Gesundheitskosten oder veränderter Lebenserwartung nicht aus, die gesetzlich vorgeschrieben und bei jedem privaten Krankenversicherer üblich sind.

Diese Unterscheidung zwischen Leistungsgarantie und Beitragsentwicklung ist für Versicherte wichtig zu verstehen: Während der genaue Umfang der übernommenen Leistungen – etwa welche Behandlungen zu welchem Prozentsatz erstattet werden – vertraglich unveränderlich festgeschrieben ist, kann sich die Höhe des dafür zu zahlenden Beitrags im Zeitverlauf durchaus ändern, wenn die tatsächlichen Gesundheitskosten von den ursprünglich kalkulierten Werten abweichen. Diese grundsätzliche Trennung von garantierter Leistung und variablem Beitrag gilt branchenweit einheitlich für alle privaten Krankenversicherer in Deutschland und ist so gesetzlich vorgeschrieben, nicht nur bei der Concordia.

Concordia Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit

Wer innerhalb eines Kalenderjahres keine oder nur geringe Leistungen aus der Concordia-Vollversicherung in Anspruch nimmt, erhält eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (BRE) von bis zu zwei Monatsbeiträgen.

Vorsorge gefährdet die Beitragsrückerstattung nicht

Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen sowie bestimmte Zahn- und stationäre Leistungen gefährden die Beitragsrückerstattung ausdrücklich nicht. Wer also regelmäßig zur Vorsorge geht oder sich impfen lässt, muss deshalb nicht auf die Auszahlung der BRE verzichten – ein Anreiz, präventive Leistungen ohne finanzielle Nachteile wahrzunehmen.

Wer gezielt Wert auf eine hohe Beitragsrückerstattung legt, kann bestimmte Leistungen über separate Zusatztarife statt über die Vollversicherung selbst abrechnen lassen und so die BRE-Ansprüche im Haupttarif erhalten. Auch eine vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung lässt sich auf diesem Weg unter Umständen sparen, sodass sich eine durchdachte Abrechnungsstrategie über mehrere Jahre hinweg finanziell spürbar auszahlen kann.

Bereits das erste Versicherungsjahr zählt für die Beitragsrückerstattung, sofern durchgehend Versicherungsschutz bestanden hat. Als Berechnungsgrundlage gilt dabei jeweils ein Zwölftel des Jahresbeitrags als Monatsbeitrag; ein eventuell vereinbarter Risikozuschlag wird bei der Berechnung der Rückerstattung mitberücksichtigt, während der gesetzliche Zuschlag zur Beitragsermäßigung im Alter unberücksichtigt bleibt.

Strategie: Rechnungen sammeln statt sofort einreichen

Da bereits das Einreichen kleinerer ambulanter Rechnungen den Anspruch auf die volle Beitragsrückerstattung des jeweiligen Jahres kosten kann, lohnt es sich, Rechnungen zunächst zu sammeln und erst dann einzureichen, wenn absehbar ist, dass ihre Gesamthöhe über der zu erwartenden Beitragsrückerstattung liegt. Diese einfache Abrechnungsstrategie kann über mehrere Versicherungsjahre hinweg einen spürbaren finanziellen Unterschied ausmachen, insbesondere bei Versicherten, die überwiegend kleinere, planbare Behandlungen in Anspruch nehmen.

Concordia: Beitragsentwicklung und Wechseloptionen 2026

Wie alle privaten Krankenversicherer darf auch die Concordia die Beiträge nur dann anpassen, wenn gesetzlich definierte Schwellenwerte bei den sogenannten auslösenden Faktoren überschritten werden. Seit 2005 lag die durchschnittliche jährliche Beitragsanpassung bei Normalversicherten bei rund 2,68 Prozent und bei Beihilfeversicherten bei rund 3,01 Prozent – ein im Marktvergleich moderater Wert.

Für 2026 sind bei einzelnen Tarifen jedoch deutlichere Anpassungen angekündigt, die je nach Quelle und betroffenem Tarif unterschiedlich stark ausfallen; besonders ältere, für Neukunden bereits geschlossene Tarife sind davon häufig stärker betroffen als aktuelle Unisex-Tarife. Wer von einer Beitragserhöhung betroffen ist, sollte einen internen Tarifwechsel nach § 204 VVG prüfen lassen: Ein Wechsel innerhalb der Concordia ist ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich und ohne Verlust der bereits angesparten Alterungsrückstellungen oder bestehender BRE-Ansprüche.

Umversicherung statt Kündigung

Die Concordia bietet Bestandskunden bei Beitragserhöhungen aktiv Umversicherungsangebote an, statt eine vollständige Kündigung des Vertrags als einzige Option zu belassen. Eine Kündigung sollte grundsätzlich nur als letzte Option in Betracht gezogen werden, da sie eine erneute Gesundheitsprüfung erfordert und zum Verlust der bereits angesparten Alterungsrückstellungen sowie der Beitragsrückerstattungsansprüche führt.

Wichtig zu wissen: Auch bei einer reinen Beitragsanpassung ohne Tarifwechsel kann sich der erstattungsfähige Betrag im Rahmen der Beitragsrückerstattung verändern, da die Höhe des aktuellen Beitrags die Berechnungsgrundlage für die mögliche Rückerstattung bildet. Wer von einer Erhöhung betroffen ist, sollte deshalb nicht nur den reinen Beitragsanstieg betrachten, sondern auch mögliche Auswirkungen auf die eigene BRE mit einkalkulieren, bevor eine Entscheidung über einen internen Tarifwechsel oder einen Anbieterwechsel getroffen wird.

Concordia Rechnungsapp und digitale Services

Über die Rechnungsapp der Concordia lassen sich Arztrechnungen, Rezepte, Verordnungen sowie Heil- und Kostenpläne unkompliziert digital einreichen, ohne dass dafür der Postweg genutzt werden müsste. Ergänzend kooperiert die Concordia mit BIG direkt gesund, was zusätzliche digitale Gesundheitsangebote für Versicherte ermöglicht.

Über die Service-Büros und persönliche Ansprechpartner in der Direktion bleibt daneben auch der klassische, persönliche Kontakt erhalten – ein bewusster Kontrast zu Anbietern, die ihren Kundenservice stärker auf rein digitale Kanäle konzentrieren. Diese Kombination aus digitalen Einreichungswegen und persönlicher Beratung vor Ort richtet sich an Versicherte, die je nach Situation zwischen beiden Kontaktwegen wählen möchten.

Eine App für alle Concordia-Krankenversicherungen

Die Gesundheits-App der Concordia deckt nicht nur die Vollversicherung ab, sondern lässt sich gleichermaßen für Zusatzversicherungen, die Beihilfeversicherung und die Auslandsreise-Krankenversicherung nutzen. Dokumente wie Impfpass, Arztbriefe oder Einnahmepläne für Medikamente lassen sich direkt in der App oder in der Cloud speichern; Rechnungen, Verordnungen sowie Heil- und Kostenpläne von Ärzten, Zahnärzten und Heilpraktikern werden einfach abfotografiert und eingereicht. Die Originalbelege sollten dabei dennoch aufbewahrt werden, da die Concordia sich vorbehält, diese in Einzelfällen zusätzlich anzufordern.

Ergänzend zur klassischen ambulanten Versorgung bietet die Concordia mit dem Tarif AZ Kompakt eine spezialisierte Zusatzversicherung für Telemedizin an, die den digitalen Zugang zu ärztlicher Beratung zusätzlich erleichtert. Diese Kombination aus digitalen Verwaltungswegen und modernen Fernbehandlungsangeboten zeigt, dass auch ein bewusst schlank aufgestellter Anbieter wie die Concordia bei der Digitalisierung mit größeren Wettbewerbern mithalten kann.

Concordia Krankenzusatzversicherung: Was gesetzlich Versicherte ergänzen können

Neben der Vollversicherung bietet die Concordia ein Portfolio an Zusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte, das gezielt die typischen Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließt – von der Krankenhauszusatzversicherung über das Krankentagegeld bis zur Pflegevorsorge.

Krankenhaus

Krankenhauszusatzversicherung

Behandlung wie ein Privatpatient für GKV-Versicherte

Pflege

PVN

Gesetzliche Pflegepflichtversicherung

Einkommen

KT

Krankentagegeld für Angestellte und Selbstständige

Stationär

Krankenhaustagegeld

Frei verwendbares Tagegeld bei Klinikaufenthalt

Für gesetzlich Versicherte, die keinen vollständigen Wechsel in die private Krankenversicherung anstreben, ermöglicht insbesondere die Krankenhauszusatzversicherung eine Behandlung im Klinikfall, wie sie auch Privatpatienten erhalten – mit Chefarztbehandlung und komfortablerer Unterbringung, ohne dass dafür die gesamte Vollversicherung gewechselt werden müsste.

Concordia Pflegepflichtversicherung PVN

Die Pflegepflichtversicherung PVN ist für alle Vollversicherten der Concordia gesetzlich vorgeschrieben und entspricht in ihrem Leistungsumfang der gesetzlichen Pflegeversicherung. Da diese Pflichtversicherung nach eigenem Anspruch nur eine Basisabsicherung darstellt, die die tatsächlichen Kosten im Pflegefall selten vollständig deckt, sollten Versicherte prüfen, ob eine ergänzende private Pflegetagegeldversicherung für die eigene Situation sinnvoll ist.

Eine solche freiwillige Ergänzung zahlt im Pflegefall ein zusätzliches Tagegeld, das sich unabhängig von der tatsächlichen Verwendung frei einsetzen lässt – etwa für einen ambulanten Pflegedienst, die Unterstützung durch Angehörige oder einen Platz im Pflegeheim. Wer sich frühzeitig, etwa bereits im mittleren Erwachsenenalter, für eine Pflegevorsorge entscheidet, profitiert zudem von einem günstigeren Einstiegsbeitrag, da sich dieser am Eintrittsalter orientiert.

Wichtig für alle Beihilfeberechtigten und Vollversicherten: Die Beiträge zur gesetzlich vorgeschriebenen Pflegepflichtversicherung steigen ab Januar 2026 aufgrund aktueller Pflegereformen weiter an. Diese Entwicklung betrifft private wie gesetzliche Pflegeversicherung gleichermaßen, da beide Systeme mit denselben demografischen und medizinischen Kostentreibern konfrontiert sind. Versicherte sollten diesen Anstieg bei der eigenen langfristigen Budgetplanung berücksichtigen und gegebenenfalls eine zusätzliche private Pflegetagegeldversicherung in Erwägung ziehen, um die Lücke zwischen Pflichtversicherung und tatsächlichen Pflegekosten gezielt zu schließen.

Concordia kombiniert: Einkommensschutz plus Klinikkomfort

Für die Absicherung des Einkommens im Krankheitsfall bietet die Concordia mit dem Tarif KT ein Krankentagegeld in unterschiedlichen Karenzzeit-Varianten an. Für Selbstständige und Freiberufler, die im Krankheitsfall keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld haben, zählt dieser Baustein zu den wichtigsten Ergänzungen der Gesamtabsicherung.

Rechenbeispiel: Krankentagegeld für Selbstständige

Bei einem vereinbarten Tagessatz von 75 Euro ergibt sich über einen vollen Monat mit 30 Tagen ein Krankentagegeld von 2.250 Euro – steuerfrei und unabhängig von sonstigen Einkünften. Für Selbstständige ohne Anspruch auf gesetzliches Krankengeld kann diese Summe den entscheidenden Unterschied machen, ob laufende Betriebs- und Lebenshaltungskosten auch während einer längeren Erkrankung gedeckt bleiben.

Angestellte orientieren sich bei der Wahl des Leistungsbeginns üblicherweise am Ende der sechswöchigen gesetzlichen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, während Selbstständige und Freiberufler meist einen deutlich früheren Leistungsbeginn wählen. Ergänzend bietet die Concordia eine Krankenhaustagegeldversicherung an, die unabhängig von den tatsächlich entstandenen Kosten für jeden Tag eines stationären Aufenthalts ausgezahlt wird.

Rechenbeispiel: Krankenhaustagegeld bei einwöchigem Aufenthalt

Bei einem vereinbarten Tagessatz von 30 Euro und einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt ergibt sich ein Krankenhaustagegeld von 210 Euro – frei verwendbar und unabhängig davon, welche zusätzlichen Kosten während des Aufenthalts tatsächlich entstanden sind. Dieses Geld steht etwa für Fahrtkosten von Angehörigen, private Zuzahlungen oder sonstige Ausgaben während des Klinikaufenthalts zur Verfügung.

Concordia Auslandsschutz: Grenzen des Tarifs AV

Ein wichtiges Detail für Reisende: Der reguläre Auslandsschutz innerhalb des Ambulanztarifs AV ist auf drei Monate begrenzt. Für kurze Urlaubsreisen reicht dieser Schutz in aller Regel aus, für längere Auslandsaufenthalte wie ein Sabbatical, eine berufliche Entsendung oder ein mehrmonatiges Auslandssemester jedoch nicht.

Langzeit-Auslandskrankenversicherung für längere Aufenthalte

Wer regelmäßig oder für längere Zeiträume ins Ausland reist, sollte deshalb zusätzlich eine eigenständige Langzeit-Auslandskrankenversicherung abschließen. Diese ergänzende Absicherung schließt die Lücke, die durch die dreimonatige Begrenzung im regulären Ambulanztarif entsteht, und sichert auch medizinisch notwendige Behandlungen sowie einen Rücktransport nach Deutschland bei längeren Auslandsaufenthalten ab.

Diese Begrenzung ist bei der Concordia besonders zu beachten, da sie von den unbegrenzten oder deutlich längeren Auslandsschutz-Regelungen mancher Wettbewerber abweicht. Wer beruflich viel reist oder einen längeren Auslandsaufenthalt plant, sollte diesen Punkt vor Vertragsabschluss gezielt ansprechen und die passende Zusatzabsicherung einholen.

Die eigenständige Auslandsreise-Krankenversicherung der Concordia lässt sich dabei über dieselbe Gesundheits-App verwalten wie die reguläre Vollversicherung: Rechnungen und Belege aus dem Ausland werden ebenso digital eingereicht wie inländische Behandlungsnachweise, was die Verwaltung des zusätzlichen Reiseschutzes im Alltag deutlich erleichtert. Für Familien, die gemeinsam verreisen, lässt sich die Auslandsreise-Krankenversicherung in der Regel für alle mitreisenden Familienmitglieder gemeinsam abschließen.

Concordia Basistarif: die gesetzliche Auffanglösung

Ebenso wie jeder andere private Krankenversicherer muss die Concordia gesetzlich einen Basistarif anbieten. Er richtet sich an PKV-Pflichtige, denen das reguläre Tarifwerk aus AV, SV und ZV aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen verschlossen bleibt. Sowohl der Leistungsumfang als auch der Höchstbeitrag orientieren sich dabei gesetzlich am Niveau der GKV, eine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen findet nicht statt. Wer seinen Vertrag bereits vor dem 1. Januar 2009 geschlossen hat, kann alternativ in den branchenweit einheitlichen Standardtarif wechseln.

Für die überwiegende Mehrheit der heute Wechselwilligen mit üblichem Gesundheitszustand bleiben Basis- und Standardtarif dennoch die Ausnahme, da das reguläre Tarifwerk der Concordia in Leistung und Komfort deutlich darüber liegt. Beide Sondertarife dienen in erster Linie als gesetzlich vorgeschriebene Auffanglösung für besondere Lebenssituationen.

Wer sich zunächst aus rein finanziellen Gründen für den Basistarif entschieden hat, kann bei einer späteren, spürbaren Verbesserung der eigenen finanziellen Situation grundsätzlich wieder in das reguläre Tarifwerk aus AV, SV und ZV zurückwechseln. Ein solcher Rückwechsel setzt in aller Regel eine erneute, gründliche Prüfung des aktuellen Gesundheitszustands voraus, da der Basistarif von vornherein als gesetzlich vorgeschriebene Auffanglösung ganz ohne die sonst üblichen Risikoprüfungen konzipiert wurde.

Wie schneidet die Concordia bei unabhängigen Tests ab?

Im Finanztest-Vergleich der Stiftung Warentest von 2014 erzielte die Concordia mit der Tarifkombination BV20 und BV30 für Beamte die Bestnote „sehr gut" (0,5) und ging damit als Testsieger unter den geprüften Beamtentarifen hervor. Die getesteten Tarife für Angestellte und Selbstständige schnitten mit „befriedigend" (Note 3,0 beziehungsweise 3,1) dagegen schwächer ab. Stiftung Warentest empfahl die Concordia damals besonders für Beamte, die von der Kombination aus Beihilfe und Restkostenversicherung profitieren.

Im Jahr 2022 bestätigte das Rating von Deutschland Test dieses Muster erneut: In der Kategorie Beamtentarife erzielte die Concordia mit der Kombination BV, BV Plus und BVE die Note „exzellent" (0,9), während die Kombination für Angestellte und Selbstständige (AV1, SV1, ZV1, VV Plus) in der Kategorie Premiumschutz mit „gut" (2,5) ein solides, aber nicht herausragendes Ergebnis erzielte. Die Zahnzusatzversicherung wurde von Stiftung Warentest bereits 2016 unter 147 geprüften Zahntarifen mit der Note 1,5 „sehr gut" ausgezeichnet.

Beim Assekurata-Unternehmensrating erhielt die Concordia im Jahr 2010 das Testurteil „sehr gut". Im Map-Report, der die Bereiche Bilanz, Service und Vertrag bewertet, erzielte die Concordia 75,16 von 100 möglichen Punkten und landete damit unter den Top 10 der geprüften Versicherer. Diese Bandbreite an Bewertungen zeigt ein klares Muster: Für Beamte gehört die Concordia zu den bestbewerteten Anbietern am Markt, während das Leistungsniveau für Angestellte und Selbstständige im soliden Mittelfeld liegt.

Auch bei FOCUS MONEY wurde die Concordia im Rahmen eines Tests mit Schwerpunkt auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis untersucht: Im Jahr 2018 erzielte die Tarifkombination AV1, VV Plus, ZV2 und SV3 dabei die Bewertung „befriedigend" bei einem durchschnittlichen Monatsbeitrag von 548,13 Euro – ein Ergebnis, das die Concordia im unteren Mittelfeld der damals geprüften Anbieter positionierte. Diese unterschiedlichen Testergebnisse verdeutlichen, dass die Qualität der Concordia stark von der jeweils geprüften Zielgruppe abhängt: Wer als Beamter von der Kombination aus Beihilfe und Restkostenversicherung profitiert, findet bei der Concordia durchgängig Spitzenbewertungen, während Angestellte und Selbstständige eher ein durchschnittliches bis solides Preis-Leistungs-Verhältnis vorfinden.

Die Concordia: Genossenschaftlich verwurzelter Versicherer

Die Wurzeln der Concordia reichen bis in das Jahr 1864 zurück, als die Mobiliar-Feuerversicherungsgesellschaft Concordia gegründet wurde. Die eigenständige Concordia Krankenversicherungs-AG mit Sitz in Hannover wurde 1988 gegründet und nahm 1990 ihren operativen Geschäftsbetrieb auf, womit sie zu den vergleichsweise jungen Anbietern im deutschen PKV-Markt zählt. Mutterunternehmen der Gruppe ist die Concordia Versicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit mit Sitz ebenfalls in Hannover – eine Rechtsform, bei der die Mitglieder und nicht externe Aktionäre im Mittelpunkt des Unternehmens stehen.

Mit einem gebuchten Beitrag von über 119 Millionen Euro im Jahr 2024 gehört die Concordia Krankenversicherungs-AG zu den kleineren privaten Krankenversicherern Deutschlands. Diese überschaubare Unternehmensgröße erlaubt es dem Versicherer nach eigenem Anspruch, sich auf ein bewusst schlankes Produktportfolio zu konzentrieren, statt eine unübersichtliche Vielfalt an Tarifen für unterschiedlichste Zielgruppen anzubieten. Innerhalb der Unternehmensgruppe ergänzen weitere Gesellschaften wie die Concordia Lebensversicherungs-AG und die Concordia Rechtsschutz-Versicherungs-AG das Portfolio um weitere Versicherungssparten.

Da die Concordia als eigenständiger Krankenversicherer vergleichsweise jung ist, ist auch die Altersstruktur der Versicherten im Branchenvergleich eher jünger. Für Neuversicherte kann sich dieser Umstand positiv auf die langfristige Beitragsentwicklung auswirken, da ein jüngeres Versichertenkollektiv statistisch geringere Gesundheitskosten verursacht als ein überaltertes.

Die Konzerngeschichte der Concordia reicht deutlich weiter zurück als die eigenständige Krankenversicherungssparte: Bereits im 19. Jahrhundert als Mobiliar-Feuerversicherungsgesellschaft gegründet, erweiterte sich das Portfolio im Laufe der Jahrzehnte um zahlreiche weitere Versicherungssparten. Mit dem Umzug in das heutige Direktionsgebäude an der Karl-Wiechert-Allee in Hannover sowie der Aufnahme der Geschäftstätigkeit in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung folgte die Gruppe der allgemeinen Expansion vieler deutscher Versicherungskonzerne in dieser Zeit.

Auch im Lebensversicherungsbereich zeigt sich die Konzernstrategie der Concordia, unterschiedliche Sparten unter einem Dach zu bündeln: Die Concordia oeco Lebensversicherungs-AG entstand 2014 aus der Verschmelzung der klassischen Concordia Lebensversicherungs-AG mit der oeco capital Lebensversicherung AG, dem nach eigenen Angaben ersten ökologischen Lebensversicherer Deutschlands. Diese Gesellschaft hat sich einer nachhaltigen Unternehmensführung verpflichtet, die durch einen externen Nachhaltigkeits-Beirat überwacht wird – ein Hinweis darauf, dass Nachhaltigkeit in der Unternehmensgruppe eine Rolle spielt, die über die reine Krankenversicherungssparte hinausgeht.

Concordia: Vorteile und Grenzen des Einheitstarifwerks

Das bewusste Bekenntnis zu einem einzigen Tarifwerk bringt für Versicherte sowohl Vorteile als auch Grenzen mit sich, die vor einem Vertragsabschluss gegeneinander abgewogen werden sollten. Auf der positiven Seite steht die hohe Transparenz: Wer sich einmal mit den vier Bausteinen AV, SV, ZV und PVN vertraut gemacht hat, versteht das komplette Angebot der Concordia, ohne sich zusätzlich durch dutzende Tarifgenerationen mit unterschiedlichen Namen und Bedingungen arbeiten zu müssen.

Auf der anderen Seite bedeutet ein einziges Tarifwerk auch weniger Spielraum für sehr spezielle Bedürfnisse, die manche Wettbewerber mit einer größeren Tarifvielfalt gezielter abdecken können. Wer beispielsweise einen besonders exotischen Leistungsbaustein sucht, der bei größeren Anbietern mit umfangreicherer Produktpalette existiert, findet bei der Concordia möglicherweise keine passgenaue Entsprechung. Für die meisten Standardsituationen – Angestellte, Selbstständige, Beamte und Studenten mit üblichem Absicherungsbedarf – deckt das Concordia-Tarifwerk den Bedarf jedoch zuverlässig ab.

Concordia PKV: Das Einheitstarifwerk im Gesamtbild

Die Concordia eignet sich besonders für alle, die eine übersichtliche, klar strukturierte Tarifwahl einem unübersichtlichen Angebot aus vielen unterschiedlichen Produktlinien vorziehen. Mit den vier Selbstbehaltstufen des Tarifs AV, den drei Komfortstufen des Tarifs SV und den zwei Varianten des Zahntarifs ZV lässt sich der Versicherungsschutz dennoch individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen, ohne durch eine unübersichtliche Bausteinvielfalt überfordert zu werden.

Besonders überzeugend zeigt sich die Concordia im Beamtensegment: Sowohl das Finanztest-Ergebnis von 2014 als auch das Deutschland-Test-Rating von 2022 bestätigen der Kombination aus BV, BV Plus und BVE ein Spitzenniveau unter den Beamtentarifen am Markt. Für Angestellte und Selbstständige fällt das Testbild dagegen gemischter aus: Die entsprechenden Tarifkombinationen erzielten in beiden Tests nur solide, aber nicht herausragende Bewertungen im Bereich „befriedigend" bis „gut".

Ein Punkt, der vor Vertragsabschluss unbedingt beachtet werden sollte, ist die auf drei Monate begrenzte Auslandsabsicherung im Tarif AV: Wer regelmäßig oder für längere Zeiträume verreist, muss zusätzlich eine separate Langzeit-Auslandskrankenversicherung einplanen. Positiv hervorzuheben sind dagegen die vertragliche Leistungsgarantie ohne spätere Kürzungen sowie die großzügige Beitragsrückerstattung von bis zu zwei Monatsbeiträgen bei Leistungsfreiheit, die durch eine geschickte Abrechnungsstrategie über separate Zusatztarife weiter optimiert werden kann.

Als vergleichsweise junger und kleinerer Anbieter mit Sitz in Hannover positioniert sich die Concordia als Nischenanbieter mit klarem Fokus: stark bei Beamtentarifen und bei der Zahnzusatzversicherung, mit einem bewusst schlanken, leicht verständlichen Tarifwerk für alle anderen Zielgruppen. Wer eine unkomplizierte Tarifstruktur ohne unübersichtliche Produktvielfalt schätzt und die Begrenzungen beim Auslandsschutz gezielt durch eine Zusatzversicherung ausgleicht, findet in der Concordia eine solide Option.

Für Familien sprechen zusätzlich die unkomplizierte Kindernachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung sowie die persönliche Beratung durch die Leistungsabteilung bei Fragen rund um Schwangerschaft und die Absicherung des Nachwuchses. Wer zusätzlich Wert auf digitale Services legt, findet mit der Concordia-Gesundheits-App ein praktisches Werkzeug, das gleichermaßen für Vollversicherung, Zusatzversicherungen, Beihilfe und die Auslandsreise-Krankenversicherung nutzbar ist – ein für die überschaubare Unternehmensgröße bemerkenswert einheitliches digitales Angebot.

Zusammenfassend zeigt sich: Die Concordia hat sich in den letzten Jahrzehnten seit ihrer Gründung 1988 als solider, wenn auch überschaubarer Anbieter im deutschen PKV-Markt etabliert, ohne dabei die Vorteile eines übersichtlichen, leicht verständlichen Tarifwerks aufzugeben. Wer eine private Krankenversicherung mit klar nachvollziehbarer Struktur, einer vertraglichen Leistungsgarantie und besonders starken Ergebnissen im Beamtensegment sucht, findet in der Concordia einen ernst zu nehmenden Anbieter – vorausgesetzt, die Begrenzung des Auslandsschutzes auf drei Monate wird durch eine passende Zusatzversicherung gezielt ausgeglichen.

Wer die Concordia im direkten Vergleich mit größeren, breiter aufgestellten Versicherern betrachtet, sollte den einheitlichen Tarifaufbau als bewussten Kompromiss verstehen: Statt einer Vielzahl an Untervarianten mit feinen Leistungsabstufungen bietet die Concordia ein überschaubares Tarifwerk, das sich zwar weniger granular an individuelle Wünsche anpassen lässt, dafür aber deutlich einfacher zu durchschauen und zu vergleichen ist – ein Aspekt, der besonders für Erstversicherte ohne umfangreiche Vorerfahrung mit privaten Krankenversicherungen von Vorteil sein kann.

Concordia: die wichtigsten Punkte im Überblick

Die Concordia setzt mit AV, SV und ZV auf ein einziges, übersichtliches Tarifwerk statt vieler Produktlinien. Bei Beamtentarifen erzielt sie regelmäßig Bestnoten, während die Auslandsabsicherung im Standardtarif auf drei Monate begrenzt bleibt. Über das Formular auf dieser Seite lässt sich die Concordia direkt und unabhängig mit anderen Anbietern der privaten Krankenversicherung vergleichen.