Die Hallesche Krankenversicherung als Versicherungsverein
Die 1934 in Berlin gegründete Hallesche verlegte ihre Hauptverwaltung 1948 nach Stuttgart und gehört heute zum Konzern Alte Leipziger-Hallesche. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) sind alle Versicherten zugleich Mitglieder des Unternehmens; erwirtschaftete Überschüsse fließen direkt in Form attraktiver Beiträge und erfolgsabhängiger Beitragsrückerstattungen an die Versicherten zurück, statt an externe Aktionäre ausgeschüttet zu werden. Nach eigenen Angaben zählt die Hallesche rund 230.000 Vollversicherte und rund 400.000 Menschen mit einer Zusatzversicherung.
Die unabhängige Ratingagentur Assekurata bewertet die Hallesche seit 27 aufeinanderfolgenden Jahren mit der Note „sehr gut" (A+) – ein Hinweis auf nachhaltige Unternehmensqualität und Beitragsstabilität über einen langen Zeitraum hinweg. Im Mai 2026 erzielte der Tarif NK.select XL in Kombination mit dem Baustein URZ erneut die Note 1,2 („sehr gut"), mit 91,6 Prozent bei den Grundleistungen und 88,4 Prozent bei den Zusatzleistungen. Diese Kontinuität über nahezu drei Jahrzehnte hinweg unterscheidet die Hallesche von Anbietern, deren Bewertungen von Jahr zu Jahr stärker schwanken.
Die Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit bringt einen strukturellen Unterschied zu börsennotierten Versicherungskonzernen mit sich: Da es keine externen Aktionäre gibt, die auf eine Dividende Anspruch erheben, kann die Hallesche erwirtschaftete Überschüsse vollständig für die eigenen Versicherten einsetzen – etwa durch niedrigere Beiträge oder höhere Beitragsrückerstattungen bei Leistungsfreiheit. Dieses Modell teilt die Hallesche mit einigen anderen deutschen Krankenversicherern, unterscheidet sich aber von den meisten großen, börsennotierten Konzernversicherern.
Hallesche Vollversicherung: NK.select und PRIMO im Überblick
Das Vollversicherungsportfolio der Hallesche gliedert sich in zwei parallele Tariflinien, die unterschiedliche Prioritäten bedienen. Wie bei jedem privaten Krankenversicherer gilt auch hier: Angestellte können erst wechseln, sobald ihr regelmäßiges Bruttoarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt – 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr. Selbstständige, Freiberufler, Ärzte und Beamte können dagegen unabhängig vom Einkommen wechseln. Details zu den genauen Wechselvoraussetzungen für Angestellte, Selbstständige, Beamte und Studenten liefert der Ratgeber zum PKV-Wechsel.
| Tariflinie | Positionierung |
|---|---|
| NK.select (S, L, XL) | Moderne Tariffamilie mit hohem Wahlfreiheitsgrad und Familienleistungen |
| PRIMO (Bonus, SB1, SB2, SB3) | Günstiger Einstieg mit wählbaren Selbstbehaltstufen |
| MAS | Spezialisierter Tarif für Ärzte und Zahnärzte |
NK.select S, L und XL: Leistungen im Vergleich
| Leistung | NK.select S | NK.select L | NK.select XL |
|---|---|---|---|
| Arztzugang | Primärarztprinzip | Freie Arzt-/Facharztwahl | Freie Arzt-/Facharztwahl, auch über GOÄ-Höchstsatz |
| Krankenhaus | Allgemeine Leistungen | Zweibettzimmer + Chefarzt | Einbettzimmer + Chefarzt |
| Zahnersatz/Kieferorthopädie | 75 % | 75 % | 90 % |
| Zahnbehandlung/Prophylaxe | 100 % | 100 % | 100 % |
| Heilpraktiker | – | Eingeschränkt | 80 % bis 2.400 €/Jahr |
| Psychotherapie | Eingeschränkt | Eingeschränkt | 90 % ohne Sitzungslimit |
| LASIK-Augenoperation | – | Bis 1.500 €/Auge | Bis 2.500 €/Auge |
| Selbstbehaltstufen | 600 / 1.200 / 3.000 € | 600 / 1.200 / 3.000 € | 600 / 1.200 / 3.000 € |
| Familienleistungen | – | Teilweise | Beitragsfreies 1. Lebensjahr, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe, halber Selbstbehalt für Kinder |
| Vorsorgeuntersuchungen | Nach GKV-Programmen | Unabhängig vom Alter | Unabhängig vom Alter, ohne Programmbindung |
| Beitragsrückerstattung | Möglich | Möglich | Bis 2,25 Monatsbeiträge |
| Musterbeitrag Selbstständiger (35 J.) | Ab 165 € | Rund 516 € (600 € SB) | Höher |
| Auszeichnung | – | – | Focus Money „Beste Krankenversicherung" (40/2025), ASSEKURATA 1,1 |
Für Ärzte und Zahnärzte steht zusätzlich der spezialisierte Tarif MAS zur Verfügung (Details im Abschnitt für Ärzte).
Für den Einstieg in die private Krankenversicherung empfiehlt sich grundsätzlich der Einsatz eines Tarifrechners, um Beitrag und Leistungsumfang realistisch einzuschätzen, bevor ein Antrag gestellt wird. Auch nach Vertragsabschluss lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die eigene Tarifsituation: Tarifwechsel werden in der Praxis besonders häufig im Zusammenhang mit Beitragsanpassungen angestrebt, wobei neben dem kompletten Anbieterwechsel auch der interne Wechsel innerhalb der Hallesche eine naheliegende Option darstellt.
Hallesche NK.select: die Tarife S, L und XL
Die Tariffamilie NK.select richtet sich mit drei Stufen an unterschiedliche Ansprüche – von der preisbewussten Grundabsicherung bis zum Top-Schutz für Familien, die beim Thema Gesundheit keine Kompromisse eingehen möchten. Eine Wechseloption namens NK.select FLEX ermöglicht dabei den flexiblen Wechsel zwischen den Stufen innerhalb der Tariffamilie. Wie bei PRIMO gilt auch hier das Primärarztprinzip: Nur wer bei ambulanten Leistungen und Naturheilverfahren zunächst einen Primärarzt aufsucht – Allgemein-, Augen-, Frauen- oder Kinderarzt, im Notfall den Notarzt, oder alternativ einen Arzt über die Videosprechstunde der Hallesche – erhält die volle Erstattung von 100 Prozent. Wer stattdessen direkt einen Facharzt ohne vorherige Überweisung konsultiert, erhält nur 75 Prozent der erstattungsfähigen Kosten.
Der NK.select-Gesundheitsbonus im Detail
Anstelle eines klassischen Selbstbehalts lässt sich NK.select auch als sogenannte Bonus-Variante abschließen. Versicherte erhalten dabei einen garantierten monatlichen Bonus für gesundheits- und kostenbewusstes Verhalten, der sich auf insgesamt 1.200 Euro im Jahr summiert (Kinder und Jugendliche erhalten den halben Bonus). Reicht die versicherte Person im Laufe des Jahres Rechnungen zur Erstattung ein, werden diese bis zu einer Höhe von 1.200 Euro direkt mit dem bereits ausgezahlten Bonus verrechnet – im Ergebnis wirkt der Bonus damit ähnlich wie eine Art umgekehrter Selbstbehalt, nur dass das Geld bereits monatlich im Voraus ausgezahlt statt erst am Jahresende zurückerstattet wird.
Diese Leistungen bleiben ohne Einfluss auf Bonus und Selbstbehalt
In allen drei NK.select-Tarifen zählen im Vorsorgeverzeichnis der Hallesche aufgeführte Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Zahnprophylaxe ausdrücklich nicht als Leistungsinanspruchnahme. Sie werden weder auf den Selbstbehalt noch auf den Bonus angerechnet und gefährden auch die Beitragsrückerstattung nicht. Ebenso unschädlich sind ein notwendiger Auslandsrücktransport sowie eine Überführung oder Bestattung im Ausland. Wer diese Ausnahmen kennt, kann Vorsorgetermine bedenkenlos wahrnehmen, ohne den eigenen Bonus oder die Beitragsrückerstattung zu gefährden – ein Detail, das in vielen Vergleichsportalen nicht erwähnt wird, für die praktische Handhabung aber unmittelbar relevant ist.
NK.select S, L und XL im Leistungsvergleich
Hallesche NK.select S
- Preisbewusste Grundabsicherung mit Primärarztprinzip
- 70 % Erstattung für Zahnersatz, Inlays, Implantate und Kieferorthopädie
- Sehhilfen (Gläser, Gestelle, Kontaktlinsen): maximal 150 €
- Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern im 1. Lebensjahr
Hallesche NK.select L
- Erweiterte Leistungen zwischen S und XL
- Halber Selbstbehalt für Kinder, Rooming-in bis zum 16. Lebensjahr
- Guter Kompromiss aus Beitrag und Komfort
Hallesche NK.select XL
- Einbettzimmer und Privatarztbehandlung im Krankenhaus
- 90 % Erstattung im Zahnbereich, Sehhilfen bis 450 € bzw. Lasik bis 2.500 €/Auge
- Erstattung teils über die GOÄ-Höchstsätze hinaus
Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit: bis zu 2,25 Monatsbeiträge
Für die Selbstbehaltstufen gilt in allen drei Tarifen dieselbe Struktur: wählbar sind 600 Euro, 1.200 Euro oder 3.000 Euro jährlich, für Kinder und Jugendliche jeweils die Hälfte. Wo eine Erstattung „bis zu den Höchstsätzen der GOÄ" vorgesehen ist, bedeutet das im Einzelnen: bis zum 3,5-fachen Satz für ärztliche Leistungen, bis zum 2,5-fachen Satz für technische Leistungen und bis zum 1,3-fachen Satz für Laborleistungen – eine Staffelung, die in der Gebührenordnung für Ärzte selbst festgelegt ist und die auch bei anderen Anbietern in ähnlicher Form vorkommt.
Rechenbeispiel: So wirkt sich der Gesundheitsbonus aus
Nimmt eine erwachsene Person im Kalenderjahr keine ärztlichen Leistungen in Anspruch, erhält sie bei der Bonus-Variante von NK.select den vollen Jahresbonus von 1.200 Euro ausgezahlt – umgerechnet 100 Euro monatlich. Reicht dieselbe Person im Laufe des Jahres eine Arztrechnung über 400 Euro ein, wird dieser Betrag mit dem bereits gezahlten Bonus verrechnet, sodass am Jahresende noch 800 Euro Netto-Bonus verbleiben. Erst wenn die eingereichten Rechnungen die volle Bonushöhe von 1.200 Euro übersteigen, entfällt der Bonus vollständig – darüber hinausgehende Kosten werden regulär nach dem gewählten Tarif erstattet.
Für Familien bietet insbesondere NK.select XL zusätzliche Leistungen wie eine Kinderbetreuungspauschale und Familien- beziehungsweise Haushaltshilfe. Alle drei NK.select-Stufen lassen sich zudem um weitere Bausteine ergänzen, etwa eine Beitragsentlastung fürs Alter oder spezielle Auslandsreise-Bausteine wie URZ, sodass sich der Gesamtschutz über die Grundtarife hinaus noch feiner an die individuelle Lebenssituation anpassen lässt. Neben NK.select existieren bei der Hallesche historisch noch zwei weitere Tariflinien für Vollversicherte: die älteren, kompakten KS-Tarife mit und ohne Selbstbeteiligung sowie die klassischen NK-Tarife für besonders anspruchsvolle Versicherte – beide sind für Neukunden inzwischen jedoch überwiegend durch NK.select ersetzt worden.
Hallesche PRIMO: günstiger PKV-Einstiegstarif
Der Tarif PRIMO richtet sich an preisbewusste Versicherte und funktioniert nach dem sogenannten Primärarztprinzip – einem Mechanismus, der über die tatsächliche Erstattungshöhe entscheidet und deshalb genauer erklärt werden muss, als es die meisten Vergleichsportale tun.
Das Primärarztprinzip: 100 oder nur 75 Prozent?
Wer bei einer ambulanten Behandlung zuerst einen Primärarzt aufsucht – also Hausarzt, Allgemeinmediziner, Kinderarzt, Augenarzt, Frauenarzt oder im Notfall den Notarzt – und sich von dort bei Bedarf an einen Facharzt überweisen lässt, erhält für ambulante ärztliche Behandlungen, Naturheilverfahren und Schutzimpfungen die volle Erstattung von 100 Prozent. Wer dagegen direkt und ohne Überweisung einen Facharzt aufsucht – etwa einen Hautarzt, Orthopäden oder HNO-Arzt bei einem Problem, das ebenso gut zunächst hausärztlich hätte abgeklärt werden können – erhält für diese Behandlung nur 75 Prozent der GOÄ-erstattungsfähigen Kosten. Die verbleibenden 25 Prozent trägt der Versicherte in diesem Fall selbst, zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Selbstbehalt.
Was das für Sie bedeutet
Wer seinen Behandlungsweg konsequent über den Hausarzt steuert, zahlt bei ambulanten ärztlichen Leistungen faktisch keine zusätzlichen Eigenanteile – abgesehen vom vereinbarten Selbstbehalt oder einer Bonus-Verrechnung. Wer dagegen häufiger eigenständig Spezialisten ohne Überweisung aufsucht, sollte einkalkulieren, dass dauerhaft ein Viertel der Kosten selbst zu tragen ist. Für Versicherte mit chronischen Erkrankungen, die regelmäßig einen bestimmten Facharzt ohne neue Überweisung besuchen, kann sich dieser Unterschied über ein Jahr spürbar summieren.
Der Selbstbehalt: wie er tatsächlich berechnet wird
Der Selbstbehalt in Höhe von 300, 600 oder 1.200 Euro gilt je versicherte Person und Kalenderjahr und bezieht sich nicht auf die einzelne Rechnung, sondern auf den Gesamtbetrag aller erstattungsfähigen Leistungen des jeweiligen Kalenderjahres. Erst wenn die Summe aller eingereichten und erstattungsfähigen Rechnungen den vereinbarten Selbstbehalt übersteigt, zahlt die Hallesche den darüber hinausgehenden Betrag gemäß den Tarifbedingungen. Beginnt oder endet die Versicherung nicht zum 1. Januar eines Kalenderjahres, ermäßigt sich der Selbstbehalt anteilig um ein Zwölftel für jeden nicht versicherten Monat.
PRIMO-Tarifvarianten im Vergleich
Hallesche PRIMO.SB1 Z plus
- Zweibettzimmer mit Privatarztbehandlung im Krankenhaus
- 100 % Zahnbehandlung, 75 % Zahnersatz
- 75 % Heilpraktiker, Sehhilfen und stationäre Leistungen bis GOÄ-Höchstsatz
Hallesche PRIMO.SB3 Z
- 100 % Zahnbehandlung, Naturheilverfahren und stationäre Psychotherapie
- 75 % Zahnersatz, Heilpraktikerleistungen und Arzneimittel
- Niedrigerer Beitrag durch höheren Selbstbehalt
Hallesche PRIMO+
- Ergänzt die Basisvariante um Chefarztbehandlung im Krankenhaus
- Unterbringung im Zweibettzimmer statt Mehrbettzimmer
Bei Zahnersatz, Implantaten und Kieferorthopädie gilt in den ersten fünf Versicherungsjahren eine Zahnstaffel, die die maximale Erstattungssumme begrenzt – eine im Marktvergleich eher lange Staffelzeit gegenüber den drei Jahren, die andere Anbieter für vergleichbare Tarife ansetzen. Für Maßnahmen ab 2.500 Euro sowie grundsätzlich bei Implantaten und Kieferorthopädie muss vorab ein Heil- und Kostenplan (HKP) eingereicht werden, um die volle vertraglich vorgesehene Erstattung zu erhalten – wird dieser Schritt versäumt, drohen Kürzungen der Erstattung. Für bestimmte Hilfsmittel aus dem geschlossenen Hilfsmittelkatalog der Hallesche gilt zudem: Wird das Hilfsmittel über die Hallesche selbst beschafft (Leihe oder Kauf), beträgt die Erstattung 90 Prozent, bei eigenständiger Beschaffung sinkt sie auf 75 Prozent.
Die Beitragsrückerstattung: eine Rechenaufgabe für jedes Jahresende
Neben dem Bonus-Modell in bestimmten PRIMO-Varianten bietet die Hallesche eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (BRE) an, deren Mechanismus sich lohnt, genau zu verstehen. Voraussetzung ist Leistungsfreiheit über ein gesamtes Kalenderjahr – wer in diesem Zeitraum keine Rechnungen eingereicht hat, aus denen tatsächlich eine Erstattung ausgezahlt wurde, erhält im Folgejahr (Auszahlung im Juli) eine Beitragsrückerstattung. Wichtig dabei: Wurde zwar eine Rechnung eingereicht, aber mangels Überschreitung des Selbstbehalts kein Leistungsbetrag ausgezahlt, bleibt der Anspruch auf die Beitragsrückerstattung trotzdem bestehen. Die Höhe der BRE steigt mit der Anzahl der aufeinanderfolgenden leistungsfreien Jahre und kann bei mehrjähriger Leistungsfreiheit bis zu drei Monatsbeiträge erreichen; sie berechnet sich dabei aus dem Tarifbeitrag ohne den gesetzlichen Zuschlag und wird jährlich neu festgelegt.
Rechenbeispiel: So maximieren Sie Ihre Beitragsrückerstattung
Die Hallesche selbst veranschaulicht die Entscheidung an einem Beispiel: Eine Versicherte hat für ein Jahr Rechnungen über insgesamt 1.000 Euro gesammelt. Ihre mögliche Beitragsrückerstattung für dieses Jahr liegt bei 750 Euro. Reicht sie die Rechnungen ein, erhält sie zwar die Kostenerstattung, verliert aber den Anspruch auf die Beitragsrückerstattung – in diesem Fall lohnt es sich finanziell, die Rechnungen nicht einzureichen und stattdessen die Beitragsrückerstattung zu wählen, da so 350 Euro mehr übrig bleiben. Bei einer möglichen Beitragsrückerstattung von nur 500 Euro würde sich derselbe Rechenweg auf einen Vorteil von 100 Euro belaufen. Diese Abwägung muss bei jeder Rechnung neu getroffen werden und lohnt sich besonders bei kleineren, planbaren Rechnungsbeträgen.
Innerhalb der PRIMO-Familie existieren zahlreiche Untervarianten (etwa Primo Bonus, Primo Bonus plus, Primo SB1 bis SB3, jeweils auch als Z- und Z-plus-Variante), die sich in der Bonus-Ausgestaltung und den gewählten Selbstbehaltstufen unterscheiden. Diese Vielfalt erschwert auf den ersten Blick den Überblick, erlaubt aber eine sehr feine Anpassung des Vertrags an die persönliche Risikobereitschaft.
Hallesche private Krankenversicherung für Ärzte: der Tarif MAS
Für Mediziner empfiehlt die Hallesche neben der Kombination aus NK.select XL mit einem passenden Krankentagegeld auch den spezialisierten Tarif MAS an, der gezielt auf die Besonderheiten des Arztberufs zugeschnitten ist.
Hallesche MAS
- 100 % Erstattung für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel
- Allgemeine Krankenhausleistungen und Wahlleistungen
- Kombinierbar mit Krankentagegeld KT (Angestellte) oder FKT (Selbstständige, Praxisbetreiber)
Für angestellte und niedergelassene Ärzte empfiehlt die Hallesche insbesondere die Kombination aus der Vollversicherung NK.select XL mit einem Krankentagegeld-Baustein, um sowohl die private Gesundheitsversorgung als auch den Verdienstausfall bei Praxis- oder Berufsausfall abzudecken. Diese Kombination ist besonders für niedergelassene Ärzte relevant, da bei Praxisausfall neben dem persönlichen Einkommen häufig auch laufende Praxiskosten wie Miete, Personal und Gerätefinanzierung weiterlaufen, unabhängig von der eigenen Arbeitsfähigkeit. Der spezialisierte Tarif MAS wiederum berücksichtigt gezielt medizinspezifische Kostenpositionen wie Arznei-, Verband- und Hilfsmittel, die im ärztlichen Berufsalltag anders anfallen als bei anderen Berufsgruppen.
Als eigentliches Kernstück der ärztlichen Absicherung positioniert die Hallesche den Top-Schutz NK.select XL: Mediziner erhalten damit freie Arzt- und Krankenhauswahl ohne Begrenzung auf die Höchstsätze der GOÄ und GOZ, privatärztliche Behandlung im Krankenhaus samt Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer sowie hohe Erstattungen im Zahnbereich. Auch für Ärzte gilt dabei die bereits beschriebene Besonderheit, dass Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen nicht auf Selbstbehalt oder Bonus angerechnet werden und die Beitragsrückerstattung nicht gefährden.
Da Ärzte und Zahnärzte die Gebührenordnungen GOÄ und GOZ aus dem eigenen Berufsalltag genau kennen, können sie in der Regel besonders präzise einschätzen, welches Erstattungsniveau für die eigene Absicherung tatsächlich sinnvoll ist – ein Vorteil gegenüber anderen Berufsgruppen, die sich diese Kenntnis erst mühsam aneignen müssen. Wer sich für NK.select XL entscheidet, kann diesen Tarif zudem um weitere Bausteine wie Kinderbetreuungspauschale, Familien- und Haushaltshilfe oder eine Beitragsentlastung fürs Alter ergänzen, um den Versicherungsschutz über die berufliche Lebensphase hinweg individuell weiterzuentwickeln.
Hallesche private Krankenversicherung für Studenten: NK.select mit Sonderkonditionen
Für Studenten, Auszubildende und Schüler bietet die Hallesche ihre NK.select-Tariflinie mit attraktiven Sonderbedingungen für die Ausbildungszeit an. Der Versicherungsschutz bleibt dabei inhaltlich identisch zu den regulären Tarifen NK.select S, L und XL – lediglich der Beitrag fällt während der Ausbildung deutlich günstiger aus.
Hallesche NK.select für Studenten
- Eintrittsalter 21 bis 33 Jahre bei Aufnahme einer Schul- oder Berufsausbildung, eines Studiums oder eines vorgeschriebenen Praktikums
- Voraussetzung: kein Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und kein Entgelt aus hauptberuflicher Tätigkeit außerhalb der Ausbildungsvergütung
- Identischer Versicherungsschutz wie in den regulären NK.select-Tarifen S, L und XL
- Wechseloption NK.select FLEX für einen späteren Umstieg zwischen den Tarifstufen
Mit dem Optionsbaustein NK.select FLEX lässt sich zu mehreren Zeitpunkten zwischen den Tarifstufen wechseln, ohne dass dafür eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig wird. Diese Flexibilität eignet sich besonders für Studenten, die zu Beginn des Studiums noch nicht absehen können, welches Leistungsniveau später passend ist, sich aber die Möglichkeit auf einen höherwertigen Schutz offenhalten möchten.
Nach dem Studienabschluss lässt sich der Vertrag unter zwei Voraussetzungen unkompliziert fortführen: Verdient der Absolvent direkt im Anschluss an das Studium mehr als die Versicherungspflichtgrenze oder macht sich selbstständig, kann er sich nahtlos weiter privat versichern. Wer dagegen zunächst eine Anstellung unterhalb dieser Grenze antritt, kann sich über einen Optionstarif oder eine Anwartschaftsversicherung die spätere Rückkehr in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung sichern – zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen bleiben dabei ohne Einfluss auf den Beitrag. Ergänzend empfiehlt sich der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung, die innerhalb von sechs Monaten nach Aufnahme der ersten Beschäftigung zu vereinfachten Konditionen ohne Risikoprüfung möglich ist.
Für Medizinstudenten, die nach dem Studium in die eigentliche Berufstätigkeit als Arzt übergehen, lohnt sich frühzeitig die Planung des Wechsels vom Studententarif in den passenden Tarif NK.select XL: Da der zu diesem Zeitpunkt bestehende Gesundheitszustand in der Regel noch keine Rolle spielt, sichert ein frühzeitiger Abschluss langfristig günstigere Konditionen als ein späterer Einstieg nach dem Berufseinstieg als approbierter Arzt.
Hallesche private Krankenversicherung für Beamte: der Tarif C.Select
Für Beihilfeberechtigte bietet die Hallesche mit C.Select einen eigenständigen Vollversicherungstarif an, der bundesweit – ausdrücklich auch in Hessen und Bremen mit ihren abweichenden Beihilfevorschriften – abschließbar ist. Die allgemeinen Bemessungssätze von Bund und Ländern fasst der Ratgeber zur Beihilfe für Beamte zusammen.
Hallesche C.Select
- Erstattung über die GOÄ- und GOZ-Höchstsätze hinaus
- Psychotherapie: 100 % ohne Sitzungslimit
- Heilpraktiker: 100 % ohne Begrenzung
- Erweiterbar um Zweibettzimmer (CSD) und weitere stationäre Wahlleistungen (CG)
Hallesche BE (BEa / BEb / BEc)
- Schließt Lücken bei zahntechnischen Material- und Laborkosten
- Ergänzt Sehhilfen und Heilpraktiker-Leistungen
- Modular aufgebaut in drei Ausbaustufen
Der Beihilfeergänzungstarif BE setzt genau dort an, wo die individuelle Beihilfe typischerweise Lücken lässt – insbesondere bei zahntechnischen Kosten, die von vielen Beihilfevorschriften nur unvollständig übernommen werden. Da sich Beihilfesätze und -vorschriften zwischen Bund und einzelnen Bundesländern unterscheiden, sollte vor Vertragsabschluss stets eine individuelle Bedarfsanalyse anhand des eigenen, aktuellen Beihilfebescheids erfolgen.
So fällt die Beitragsanpassung der Halleschen 2026 aus
Die Hallesche informiert nach eigener Praxis früher als viele andere Versicherer über anstehende Beitragsanpassungen – teils bereits im Sommer des Vorjahres. Für 2026 fielen die Anpassungen tarifabhängig sehr unterschiedlich aus:
| Tarifgruppe | Anpassung zum 01.01.2026 |
|---|---|
| Allgemeiner Rahmen (Erwachsene) | 5 % bis 27 % |
| Einzelne NK.select-Tarife | bis zu 43 % |
| Ärztetarife | spürbar gestiegen |
| Beamtentarife | im Neugeschäft kaum angepasst |
| Studententarife | leicht gestiegen |
Als auslösende Faktoren nennt der PKV-Verband branchenweit vor allem höhere Leistungsausgaben und die steigende Lebenserwartung: 2024 stiegen die Versicherungsleistungen der Branche um über 10 Prozent. Bei Abweichungen zwischen kalkulierten und tatsächlichen Kosten von mehr als 5 Prozent kann ein Versicherer die Beiträge anheben, ab 10 Prozent Abweichung ist die Anpassung gesetzlich vorgeschrieben. Besonders betroffen von starken Erhöhungen sind in der Regel ältere, geschlossene Bisex-Tarife, während aktuell verkaufsoffene Unisex-Tarife tendenziell moderater angepasst werden – ein Muster, das sich bei nahezu allen privaten Krankenversicherern beobachten lässt, da geschlossene Tarife durch Tod, Kündigung und Tarifwechsel ein strukturell erhöhtes Beitragssprungrisiko im verbleibenden Versichertenkollektiv aufweisen.
Bemerkenswert an der Kommunikationspraxis der Hallesche ist der frühzeitige Informationszeitpunkt: Während viele private Krankenversicherer ihre Beitragsanpassungen erst kurz vor dem Stichtag im Herbst bekanntgeben, veröffentlicht die Hallesche einen Teil der geplanten Anpassungen bereits deutlich früher im Jahr. Das verschafft betroffenen Versicherten mehr Zeit, um sich mit den anstehenden Änderungen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls einen internen Tarifwechsel vorzubereiten, bevor die Erhöhung tatsächlich wirksam wird.
Hallesche: Interner Tarifwechsel im Detail
Die Hallesche gehört zu den privaten Krankenversicherern, die die seit 2016 geltenden freiwilligen Tarifwechsel-Leitlinien der Branche unterstützen – ein Regelwerk, das mehr Transparenz beim internen Tarifwechsel schaffen soll. Nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz haben Versicherte ohnehin das gesetzliche Recht, jederzeit innerhalb der Hallesche in einen Tarif mit vergleichbaren Leistungen zu wechseln, ohne die bereits angesparten Alterungsrückstellungen zu verlieren. Wer eine Beitragsanpassung erhält, sollte diese zunächst zum Anlass nehmen, einen internen Tarifwechsel prüfen zu lassen, bevor über einen kompletten Anbieterwechsel nachgedacht wird.
Innerhalb der NK.select-Familie ist der Wechsel zwischen den Selbstbehaltstufen unterschiedlich unkompliziert geregelt: Ein Wechsel aus einer höheren Selbstbehaltstufe wie 1.200 oder 600 Euro in die Bonus-Variante ist in der Regel ohne erneute Risikoprüfung möglich. Wer dagegen aus der höchsten Selbstbehaltstufe NK.select XL 3000 in eine niedrigere Stufe wechseln möchte, benötigt entweder eine neue Risikoprüfung oder einen speziellen Optionsbaustein, der diesen Wechsel ohne Gesundheitsfragen ermöglicht. Diese Regelung soll verhindern, dass Versicherte gezielt erst nach Eintritt einer Erkrankung in eine leistungsstärkere, aber ursprünglich bewusst nicht gewählte Selbstbehaltstufe wechseln. Wer sich für eine niedrige Selbstbeteiligung entscheidet, sollte diese Wechselbeschränkung daher von Anfang an in die eigene langfristige Planung einbeziehen und nicht davon ausgehen, jederzeit beliebig zwischen den Stufen hin- und herwechseln zu können.
Zwischenfazit Vollversicherung
Mit NK.select und PRIMO deckt die Hallesche sowohl anspruchsvolle als auch preisbewusste Zielgruppen ab. Die langjährig sehr guten Assekurata-Bewertungen sprechen für eine stabile Unternehmensbasis, auch wenn einzelne Tarife 2026 spürbare Beitragssprünge verzeichneten.
Hallesche Zusatztarife für gesetzlich Versicherte im Überblick
Neben der Vollversicherung führt die Hallesche ein breites Portfolio an Krankenzusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte.
DentZE, SMART.Dent, GIGA.Dent, MEGA.Dent
Ab 10,90 €/Monat, ohne Wartezeit
Krankenhauszusatzversicherung
Ein- oder Zweibettzimmer, freie Arztwahl
OLGAflex, FÖRDERbar
Inklusive staatlich gefördertem Pflege-Bahr-Tarif
Zahnersatz, Brille, Hilfsmittel, Heilpraktiker
Ergänzungsleistungen für gesetzlich Versicherte
Krankentagegeld KT / FKT
Für Angestellte und Selbstständige/Praxisbetreiber
Auslandskrankenversicherung
Kurz-, mittel- und langfristiger Schutz
Hallesche Zahnzusatzversicherung: Leistungen im Detail
Das Zahnzusatzportfolio der Hallesche umfasst fünf Tarifvarianten, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen: reine Zahnersatzversicherungen und umfassende Kombitarife.
Hallesche DentZE.90 / DentZE.100
- Ausschließlich Zahnersatz versichert (90 % bzw. 100 %)
- Geeignet als Ergänzung zu einer bereits bestehenden Zahnzusatzversicherung
Hallesche SMART.Dent
- Ergänzt eine reine Zahnersatzversicherung um Zahnbehandlung, KFO und Prophylaxe
- Für Versicherte, die ihren Zahnersatzschutz gezielt abrunden möchten
Hallesche GIGA.Dent / MEGA.Dent
- Deckt alle Bereiche der dentalen Versorgung in einem Vertrag ab
- Zahnbehandlung und Prophylaxe ab 10,90 €/Monat
- Zusätzlich 90 % Zahnersatz für insgesamt ab 18,90 €/Monat
- Kieferorthopädie: 100 % in allen Indikationsgruppen, begrenzt auf 1.000 €
Alle Tarife sind ohne Wartezeit abschließbar. Bis zu drei fehlende, nicht ersetzte Zähne lassen sich gegen einen Beitragszuschlag je fehlendem Zahn mitversichern. Wer über fünf Jahre hinweg ein Bonusheft geführt hat, erhält in den Zahnersatz- und Kombitarifen eine um 10 Prozentpunkte höhere Erstattung. Wer von einer anderen Zahnzusatzversicherung zur Hallesche wechselt, kann nach Anbieterangaben zusätzliche Wechselvorteile nutzen.
Rechenbeispiel: So wirkt sich GIGA.Dent bei einer Zahnkrone aus
Kostet eine Krone beim Zahnarzt beispielsweise 900 Euro und übernimmt die gesetzliche Krankenkasse davon im Rahmen der Regelversorgung rund 280 Euro, verbleibt ohne Zusatzversicherung ein Eigenanteil von 620 Euro. Mit GIGA.Dent erstattet die Hallesche zusätzlich 90 Prozent der nach GKV-Anteil verbleibenden Kosten, sodass der Eigenanteil auf rund 62 Euro sinkt – bei einem Bonusheft über fünf Jahre sogar auf einen noch geringeren Betrag, da sich die Erstattung dann um weitere 10 Prozentpunkte erhöht.
Zum Vergleich lohnt sich ein Blick auf die gesetzliche Regelversorgung: Bei Zahnersatz übernimmt die GKV zunächst 60 Prozent der Kosten für die günstigste und zweckmäßigste Versorgung, die sogenannte Regelversorgung. Wer regelmäßig zur Zahnvorsorge geht, kann diesen Zuschuss über ein Bonusheft nach fünf beziehungsweise zehn Jahren auf 70 beziehungsweise 75 Prozent erhöhen. Wer sich dagegen für eine höherwertige Versorgung entscheidet, bleibt zwar beim gesetzlichen Zuschuss auf demselben Niveau, während der eigene Anteil an den tatsächlichen Kosten entsprechend deutlich ansteigt. Gerade bei jungen Erwachsenen, die die Weichen für die eigene Zahngesundheit über Jahrzehnte stellen, kann sich der frühzeitige Abschluss einer Zahnzusatzversicherung daher finanziell besonders auszahlen – denn ist eine Behandlung erst einmal ärztlich angeraten, ist ein Neuabschluss für genau diesen Bereich meist nicht mehr möglich oder nur noch mit Leistungsausschluss.
Mehr Komfort im Krankenhaus mit der Halleschen
Mit der Krankenhauszusatzversicherung der Hallesche werden gesetzlich Versicherte im Klinikfall zu Privatpatienten. Zur Wahl stehen die Tarife MEGA.Clinic und GIGA.Clinic, jeweils in zwei Beitragsvarianten: Ri (reiner Risikobeitrag ohne Alterungsrückstellungen, bis zum 60. Lebensjahr) oder AR (mit Alterungsrückstellungen für einen langfristig konstanten Beitrag).
Hallesche MEGA.Clinic
- Zweibettzimmer, Chefarzt- und Belegarztbehandlung
- 100 % Erstattung, teils über die GOÄ-Höchstsätze hinaus
- Ersatztagegeld bei Verzicht: 20 € (Einbettzimmer), 50 € (Zweibettzimmer), 60 € (Privat-/Belegarzt)
- Rooming-in für Kinder bis zum 16. Geburtstag
Hallesche GIGA.Clinic
- Wahlweise Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl
- Übernahme ambulanter Operationen im Krankenhaus
- Beitragsverzicht ab der 9. Woche eines stationären Aufenthalts
- Zuschlag von 50 € pro Tag für Haushaltshilfe bei Kindern unter 16 Jahren
Beide Tarife setzen bei Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung voraus, verzichten dafür aber vollständig auf Wartezeiten. Ergänzend lässt sich ein separates Krankenhaustagegeld (KH) hinzubuchen, das ab dem ersten Tag im Krankenhaus wahlweise zwischen 10 und 150 Euro pro Tag zur freien Verfügung steht – etwa um Zuschläge für die Zimmerwahl direkt zu decken oder um einen Einkommensausfall während des Klinikaufenthalts auszugleichen.
Hallesche Pflegezusatzversicherung: OLGAflex und FÖRDERbar
Für die private Pflegevorsorge bietet die Hallesche zwei unterschiedlich ausgerichtete Tarife an, die sich in Förderfähigkeit und Flexibilität deutlich voneinander unterscheiden.
Hallesche OLGAflex
- Ambulante und stationäre Pflege flexibel absicherbar
- Individuell anpassbare Leistungshöhe je nach Pflegegrad
- Keine Bindung an die Pflege-Bahr-Fördervoraussetzungen
Hallesche FÖRDERbar
- Pflege-Bahr-Tarif mit staatlicher Förderung von 5 € monatlich
- Geringerer Grundschutz, dafür garantierte Zulage
- Keine Ablehnung möglich, sofern die gesetzlichen Fördervoraussetzungen erfüllt sind
Die Entscheidung zwischen beiden Tarifen hängt maßgeblich vom persönlichen Absicherungsziel ab: Wer eine möglichst passgenaue, individuell dimensionierte Pflegeabsicherung ohne staatliche Förderbindung sucht, ist mit OLGAflex besser bedient. Wer dagegen Wert auf die garantierte staatliche Förderung legt und dafür einen geringeren Grundschutz in Kauf nimmt, findet mit FÖRDERbar eine gesetzlich abgesicherte Alternative. Beide Tarife lassen sich zudem mit einer Vollversicherung oder einer GKV-Zusatzversicherung kombinieren, sodass sich Pflegevorsorge nicht auf einen bestimmten Krankenversicherungsstatus beschränkt. Angesichts der demografischen Entwicklung und der bekannten Versorgungslücken der gesetzlichen Pflegeversicherung lohnt sich eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema unabhängig davon, für welchen der beiden Tarife man sich am Ende entscheidet.
Hallesche ambulante Zusatzleistungen
Für gesetzlich Versicherte, die ambulante Leistungslücken gezielt schließen möchten, bietet die Hallesche mehrere spezialisierte Tarife an.
Hallesche ZKV-HP / ZKV-HP+S
- 100 % Erstattung für Heilpraktikerbehandlungen bis 420 € pro Kalenderjahr
- ZKV-HP+S zusätzlich: 100 % für Sehhilfen bis 240 € innerhalb von 24 Monaten
- Ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert, mehrere Alters- und Beitragsgruppen
Hallesche CAGS1
- 100 % Kostenerstattung bei maximal 600 € Selbstbehalt jährlich
- Alle ambulanten Arztleistungen inkl. Heilpraktiker und Naturheilverfahren
- Sehhilfen: bis 160 € innerhalb von 36 Monaten
- Selbstbehalt entfällt bei zusätzlichem Abschluss einer stationären Zusatzversicherung
Hallesche AE.3
- 30 % Zuschuss zum Rechnungsbetrag für Inlays
- Kurtagegeld: 11 € für maximal 21 Tage, alle vier Jahre
- Heilpraktiker: 50 % des Rechnungsbetrags, gestaffelt bis 780 € im dritten Jahr
Für die allgemeinen Leistungen dieser Tarife gilt üblicherweise eine Wartezeit von drei Monaten, für Psychotherapie und Schwangerschaft acht Monate. Wer auf die Wartezeit verzichten möchte, kann dies gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses mit großem Blutbild vereinbaren; die dafür anfallenden Kosten von 100 bis 150 Euro trägt der Versicherte selbst. Zusätzlich existieren spezielle Optionstarife wie JOKER, etwa für (Zahn-)Medizinstudenten, die den späteren Zugang zur privaten Krankenversicherung zu günstigen Konditionen sichern, ohne dass zu diesem späteren Zeitpunkt eine erneute Gesundheitsprüfung mit höherem Risiko ansteht. Der aktuelle Gesundheitszustand wird dabei gewissermaßen eingefroren, sodass ein späterer Wechsel in die Vollversicherung unabhängig von zwischenzeitlich aufgetretenen Erkrankungen möglich bleibt.
Hallesche Krankentagegeld: KT und FKT
Die Krankentagegeldversicherung der Hallesche sichert das Einkommen im Krankheitsfall ab und lässt sich flexibel auf bis zu 100 Prozent des Nettoeinkommens auslegen. Für Angestellte schließt sie die Lücke, die entsteht, sobald das gesetzliche Krankengeld nach sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber einsetzt und dann nur noch rund 70 Prozent des Bruttoeinkommens abdeckt. Für Selbstständige und Freiberufler, die ohnehin keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld haben, kann eine fehlende Krankentagegeldversicherung im Ernstfall schnell zu einer existenzbedrohenden Finanzierungslücke werden.
Hallesche KT
- Ergänzt das gesetzliche Krankengeld ab der 7. Woche
- Individuell wählbarer Tagessatz
Hallesche FKT
- Speziell für Selbstständige und Praxisbetreiber
- Besonders empfohlen in Kombination mit dem Ärztetarif MAS
Hallesche Auslandskrankenversicherung
Für Auslandsaufenthalte unterscheidet die Hallesche drei Schutzdauern, die sich an unterschiedliche Reise- und Aufenthaltsprofile richten.
Kurzfristiger Schutz
Für klassische Urlaubs- und Kurzreisen
Mittelfristiger Schutz
Für längere Auslandsaufenthalte, etwa Studiensemester
Langfristiger Schutz
Für Auswanderer und langfristige Auslandsentsendungen
Alle drei Varianten übernehmen medizinisch notwendige Behandlungen im Ausland sowie einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland. Wer regelmäßig beruflich oder privat ins Ausland reist, sollte dabei genau prüfen, welche der drei Schutzdauern zur eigenen Reisehäufigkeit passt: Für gelegentliche Urlaubsreisen reicht der kurzfristige Schutz meist aus, während Vielreisende und Personen mit längeren Auslandsaufenthalten eher von der mittel- oder langfristigen Variante profitieren, ohne für jede einzelne Reise einen neuen Vertrag abschließen zu müssen.
Hallesche PKV-Beiträge und Steuervorteile
Beiträge zur privaten Krankenversicherung lassen sich im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen. Bei der Hallesche können Versicherte in der Regel zwischen 80 und 90 Prozent ihrer jährlichen Ausgaben für die Krankenversicherung als Sonderausgaben in der Steuererklärung ansetzen – der genaue Prozentsatz hängt vom individuell gewählten Tarif und dessen Leistungsumfang ab, da nur der Teil des Beitrags absetzbar ist, der dem Basisniveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht.
Beitragsrückerstattung und Steuer: was zu beachten ist
Eine ausgezahlte Beitragsrückerstattung wird steuerlich anders behandelt als eine Leistungsauszahlung: Während eine reguläre Kostenerstattung für eingereichte Rechnungen nicht versteuert werden muss, mindert eine erhaltene Beitragsrückerstattung die Höhe der steuerlich absetzbaren Vorsorgeaufwendungen für das jeweilige Kalenderjahr. Wer regelmäßig eine Beitragsrückerstattung erhält, sollte diesen Effekt bei der eigenen Steuerplanung berücksichtigen, da er die tatsächliche steuerliche Entlastung durch die PKV-Beiträge spürbar verändern kann.
Für die eigene Entscheidung zwischen dem Einreichen von Rechnungen und dem Verzicht zugunsten der Beitragsrückerstattung lohnt sich daher nicht nur der reine Vergleich der Euro-Beträge, sondern auch ein Blick auf die persönliche steuerliche Situation: Bei einem hohen Grenzsteuersatz kann der Steuervorteil aus höheren absetzbaren Vorsorgeaufwendungen die Entscheidung zugunsten des Einreichens von Rechnungen verschieben, auch wenn die reine Rechnung ohne Steuereffekt zunächst für die Beitragsrückerstattung spricht.
Basistarif und Standardtarif bei der Halleschen
Als gesetzliche Auffanglösung muss auch die Hallesche einen Basistarif führen. Er richtet sich an PKV-Pflichtige, für die NK.select oder PRIMO aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen nicht in Betracht kommen. Sowohl der Leistungsumfang als auch der Höchstbeitrag orientieren sich verbindlich an der gesetzlichen Krankenversicherung; Vorerkrankungen können den Zugang nicht verhindern. Wer schon vor dem 1. Januar 2009 privat versichert war, kann stattdessen den branchenweit einheitlichen Standardtarif nutzen, dessen Höchstbeitrag sich am GKV-Höchstbeitrag ohne Zusatzbeitrag bemisst und meist unter dem des Basistarifs liegt.
Für die weit überwiegende Mehrheit der heute Wechselwilligen mit einem normalen, unauffälligen Gesundheitszustand bleiben beide Sondertarife jedoch weiterhin die klare Ausnahme – die regulären Hallesche-Tarife punkten in Leistung und Komfort spürbar und deutlich stärker. Basis- und Standardtarif dienen in erster Linie als gesetzlich vorgesehenes Auffangnetz für besondere Ausnahmefälle, etwa bei einer nachgewiesenen finanziellen Bedürftigkeit oder einer vorherigen, dokumentierten Ablehnung wegen einer Vorerkrankung durch einen anderen privaten Krankenversicherer.
Hallesche PKV: Verein auf Gegenseitigkeit im Fazit
Die Hallesche eignet sich besonders für Versicherte, die Wert auf eine langjährig nachweisbare Unternehmensqualität legen: 27 Jahre in Folge „sehr gut" bei Assekurata ist ein selten erreichter Beleg für Beitragsstabilität und solide Kalkulation. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit kommen Überschüsse zudem unmittelbar den Versicherten zugute. Mit NK.select und PRIMO stehen sowohl ein leistungsstarker Top-Schutz als auch ein preisbewusster Einstiegstarif zur Wahl, und Ärzte finden mit MAS eine auf ihre Berufsgruppe zugeschnittene Lösung.
Die Vielzahl an PRIMO-Untervarianten mit unterschiedlichen Bonus-Modellen und Selbstbehaltstufen ermöglicht dabei eine feine Anpassung an die persönliche Risikobereitschaft und das gewünschte Budget.
Für Familien mit kleinen Kindern sprechen dabei insbesondere die durchgängig in allen drei NK.select-Tarifstufen enthaltenen Familienleistungen wie die beitragsfreie Mitversicherung im ersten Lebensjahr und der halbierte Selbstbehalt für Kinder – Leistungen, die bei einem reinen Beitragsvergleich zwischen Anbietern leicht übersehen werden, sich langfristig aber finanziell deutlich bemerkbar machen können. Wer dagegen vorrangig einen möglichst niedrigen monatlichen Einstiegsbeitrag ohne größere zusätzliche Sonderleistungen sucht, findet in PRIMO mit hoher Selbstbeteiligung eine schlankere, aber ebenfalls solide Alternative innerhalb desselben Unternehmens. Am Ende bleibt die Wahl zwischen NK.select und PRIMO eine Frage der persönlichen Prioritäten zwischen Beitragshöhe und Leistungsumfang, die sich nicht pauschal, sondern nur anhand der eigenen Lebenssituation beantworten lässt.
Wer sich zusätzlich für die steuerliche Seite der eigenen Krankenversicherung interessiert, sollte die jährlich absetzbaren 80 bis 90 Prozent der Vorsorgeaufwendungen bei der eigenen Steuerplanung berücksichtigen und dabei auch den Effekt einer möglichen Beitragsrückerstattung auf die absetzbare Summe im Blick behalten – ein Detail, das gerade bei der jährlichen Entscheidung zwischen Rechnungseinreichung und Beitragsrückerstattung eine zusätzliche, oft übersehene Rolle spielt.
Wer sich zwischen NK.select und PRIMO nicht sofort entscheiden kann, sollte im ersten Schritt die eigene erwartete Inanspruchnahme ambulanter und stationärer Leistungen für die kommenden Jahre grob überschlagen. Diese einfache Vorabkalkulation hilft dabei, realistisch einzuschätzen, ob sich der höhere monatliche Beitrag der leistungsstärkeren Tarifreihe im individuellen Fall überhaupt amortisiert, oder ob die schlankere Variante mit höherem Selbstbehalt langfristig die wirtschaftlichere Wahl darstellt.
Hallesche: die Kernpunkte im Überblick
Mit einer außergewöhnlich langen Reihe von „sehr gut"-Bewertungen bei Assekurata und der VVaG-Struktur positioniert sich die Hallesche als stabiler, versichertenorientierter Anbieter. NK.select und PRIMO decken unterschiedliche Budgets ab, während NK.select XL und der ergänzende Tarif MAS gezielt auf Ärzte und andere Mediziner zugeschnitten sind. Damit Sie die für Ihre ganz individuelle Lebenssituation am besten passende Tarifkombination aus Vollversicherung und ergänzendem Zusatzschutz finden, hilft Ihnen das Formular auf dieser Seite bei einem unabhängigen Vergleich der Hallesche mit anderen Anbietern.